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Ein falscher Eid auf Rügen

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Auf Rügen, nicht weit von der Granitz, nah am Wald und dem Rand des Dorfes Lancken, lebte der Bauer Johannes Starke. Er galt als wohlhabend und war ein fleißiger Mann.

Da ihm vieles gelang munkelten die Leute zwar, er wäre mit dunklen Mächten im Bunde, aber das kam früher ja nicht selten vor.
Eines Tages kam er mit seinem Nachbarn in Streit. Der beschuldigte ihn, dass er durch das pflügen eines Teiles seines angrenzenden Ackers, sich dieses Stück anzueignen versuche.
Der Bauer Starke hatte das wirklich getan. Der sonst so friedfertige Mann wollte es natürlich nicht zugeben und behauptete zudem, das der ihm gehörende Acker sogar noch ein ganzes Stück weiter reicht – bis zur Eiche, die am Wiesenrain stand.

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Das Gegenteil konnte man ihm nicht beweisen, denn der Bauer Starke hatte mittlerweile Kontakt zu den schwarzen Unterirdischen aufgenommen.
Die hatten ihm passende Papiere verschafft.
Der Bauer schwor darauf falschen Eid und der Acker wurde sein.

Die Strafe sollte Johannes Starke schon zu Lebzeiten erhalten.

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Die bösen schwarzen Zwerge ließen ihm keine Ruhe mehr.
In jeder Nacht musste er nach Mitternacht aus dem warmen Bett und auf seinem Acker wandeln.
Anschließend trieb es ihn mit Macht auf die Eiche. Zwei Stunden fror er dort, musste ausharren und schrie dabei oft.

Sehen kann man ihn auf der Eiche nach zwölf Uhr manchmal auch noch heute.
Er hat dabei einen schwarzen Mantel an und eine Schlafmütze auf.
Die Menschen meiden die Eiche, Pferde gehen dort durch.

Alte Menschen kennen noch plattdeutsche Lieder, die davon künden, dass Starke mit weißer Mütze auf dem Baum hoch in der Kälte sitzt, nicht ruhen und rasten kann, das falsches Papier im Kasten und die Seele des Bauern in der Hölle ist.