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Zweites tragisches Unglück an Rügens Kreideküste in diesem Jahr

Nationalpark Jasmund, Insel Rügen, 06.09. 2017

Wie am 22. April 2017, an dem eine 20-jährige Hamburgerin bei dem Versuch ein schönes, eindrucksvolles Foto zu machen 60 Meter in die Tiefe stürzte und tödlich verunglückte, ereignete sich nun am 04. September am gleichen Ort, an der 800 Meter nördlich der Wissower Klinken gelegenen Ernst-Moritz-Arndt-Sicht, erneut ein tödlicher Sturz in die Tiefe.

Ein 57-Jähriger Mann aus der Nähe von Salzgitter wanderte zunächst gegen Mittag mit seiner Frau auf dem Hochuferweg. Auch er verließ trotz der zahlreichen Warnschilder den Wanderweg um, wie es im April die junge Frau beabsichtigte, ein Foto zu machen.

„Der Mann ist bei dem Versuch von einem Felsvorsprung zu fotografieren, in die Tiefe gestürzt“, teilte Jürgen Buchwald, Staatsekretär im Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns, der OSTSEE-ZEITUNG mit. Zeugen sagen aus, dass er sich rückwärts Richtung Abgrund bewegt hat. Unklar ist noch, ob er ausrutschte, stolperte oder die Kliffkante unter ihm weggebrochen ist, also der Boden unter seinen Füßen nachgegeben hatte.

transKreideküste Rügenstrans

Die Warnschilder weisen auf die Abbruch- und Absturzgefahr an der Kliffkante hin. An diese sollte man nicht zu nahe herantreten - die Kliffkanten sind oft unterhöhlt. Man wähnt sich anderthalb Meter vor der Kante sicher auf festen Boden, steht jedoch mitunter durch diese Unterhöhlungen eigentlich über dem Abgrund. Durch das Eigengewicht und Erschütterungen kann schon durch das nahe Herantreten ein Abbruch ausgelöst werden.

Auch an der Ernst-Moritz-Arndt-Sicht steht so ein Warnschild. Obwohl sich in diesem Jahr und an diesem Ort schon ein tödliches Unglück zugetragen hat, ist es erneut durch Unvorsichtigkeit zu einem nahezu gleichen, tragischen Ablauf gekommen.

Der Wanderweg des Hochufers im Nationalpark wird leider häufig verlassen, es entstanden in letzter Zeit von dort zur Kliffkante einige Trampelpfade. Der Versuch, diese Pfade mit Totholz oder ähnlichem zu versperren, wird regelmäßig umgangen, bzw. das Holz beiseite geräumt.

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-> Bericht über das Unglück am 22. April 2017