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Ostsee - Relikt der Eiszeit

Das etwa 12.000 Jahre alte Binnenmeer entstand nach dem Ende der Eiszeit durch Abschmelzen des Eises in einer riesigen Senke.

Sie ist heute rund 400.000 Quadratkilometer groß, die größte Tiefe beträgt 459 Meter und die durchschnittliche Tiefe ca. 50 Meter. Der Wasseraustausch mit der Nordsee und dem Atlantik erfolgt sehr langsam über den Fehmarnbelt, den kleinen und großen Belt, den Öresund, dem Kattegat und Skagerak. Der Salzgehalt der Ostsee beträgt je nach Lage 0,3 bis 1,7 Prozent. Die Ostsee ist eines der befahrensten Meere der Welt. Auf ihr sind täglich ca. 3000 Schiffe unterwegs.

transRügen - Fähre zwischen Saßnitz und Trelleborgtrans

An ihren Ufern befinden sich Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Finnland, Schweden und Dänemark.

Die Ostsee, wie wir sie heute kennen, hat eine über 10000 jährige Entwicklungszeit hinter sich.

Sie begann mit dem Abschmelzen des Eises aus der letzten Eiszeit. Die Eisgrenze verlief ungefähr auf der Linie Warschau, Berlin, Hamburg und längs Schleswig-Holsteins und Jütlands nach Norden. Es bildete sich zu Füßen der tauenden Eismassen, auf der Höhe von Stockholm, ein Eisstausee. Der sogenannte erste „Baltische Eisstausee“.

Ab ca. 8000 v.Chr. stieg der Wasserspiegel so stark an, dass im nördlichen Teil des Eisstausees sich eine Verbindung zum salzhaltigen Ozean bildete und damit ein Süßwasserausstrom und gleichzeitig ein Salzwassereinstrom begann. Es entstand ein brackiges bis salziges Meer, das sogenannte „Yoldimeer“ (benannt nach einer Salzwassermuschel).

trans2. Baltischer Eisstausee (Ancylussee)trans

Vor ca. 9000 Jahren tauten die Gletscher in Skandinavien weiter zurück, so dass der hier wegfallende gewaltige Druck auf die Landmasse eine Hebung dieser zur Folge hatte, die heute noch andauert. Das Resultat war die Verschließung der Meeres- verbindung. Es erfolgte die Bildung eines zweiten Süßwasser- binnenmeeres / Eisstausees (Ancylussee).

Ab ca. 5000 v.Chr. stieg der Meeresspiegel durch das endgültige abtauen der Eismassen aus der letzten Eiszeit derart an, dass, wiederum im Zusammenwirken mit Bewegungen der Erdoberfläche, das heutige Norddänemark überflutet wurde und damit die Landverbindung zu Skandinavien unterbrochen wurde. Große Mengen Wasser strömten nach Osten. Binnen weniger hundert Jahre stieg der Wasserpegel um 15 Meter und verschlang große Mengen Land. Es bildete sich das „Littorinameer“ (benannt nach einer salzwasseranzeigenden Strandschnecke). Diese sogenannte Littorina-Transgression vollzog sich etwa bis vor ca. 2000 Jahren und bildete in grober Form den heutigen Küstenverlauf aus.